Was ist eigentlich Sichtbarkeit?

Sichtbarkeit hier, Sichtbarkeit da. Du musst sichtbar sein! Tue diesdasjenes, um sichtbar zu werden.

Aber was ist damit denn gemeint???
Ich geb dir hier mal meine Definition von Sichtbarkeit.

Ohne großes Gelaber: für mich heißt Sichtbarkeit, dass man der Zielgruppe die Chance gibt, das eigene Angebot zu finden. Und das kann man über alle möglichen Wege erreichen, es gibt kein One-fits-All und schon gar keine „Tue diese 5 Dinge“ Erfolgsformel. Denn: Jedes Unternehmen ist individuell.

Der Zielgruppe die Chance geben, das eigene Angebot zu finden – hä?

Deine Zielgruppe hat ein Problem, du hast dafür die passende Lösung. Sichtbarkeit ist das Silbertablett, das auf dem Tisch stehen muss, sobald sich das Problem zeigt.

Lass uns Sichtbarkeit mal durchspielen

Ich bin in einer fremden Stadt, muss ein bisschen Zeit totschlagen und suche dafür ein Café. Blöderweise ist in Sichtweite keins, was mich anspricht. Also öffne ich Google Maps, tippe „Cafés in meiner Nähe“ ein und schaue mir an, was so um mich herum ist. Das mit den ansprechendsten Bildern und guten Bewertungen gewinnt.

Problem: Ich suche ein Café.
Lösung: Dein gut gepflegter, ansprechender Google Business Eintrag (Local SEO)


Zufällig bietest du dein Café auch als Event-Space an. Trifft sich gut, eine andere Person sucht nämlich eine Location für die Weihnachtsfeier.

Jetzt kann sie natürlich rumfragen, ob jemand eine Idee hat, aber sie kann auch einfach googeln: „Weihnachtsfeier Location Frankfurt für 10 Personen“. Passenderweise hat dein Café Platz für bis zu 15 Personen und auf deiner Website gibt es eine Unterseite für Events, auf der es unter anderem einen ganzen Abschnitt dazu gibt, dass man dein Café für Weihnachtsfeiern buchen kann. Im Idealfall findet die Person hier auch noch Infos zu Zusatzleistungen (Catering und Musik sind gewünscht), zu den Preisen und freien Terminen.

Problem: Ich suche eine Weihnachtsfeier-Location.
Lösung: Deine gut optimierte, hoch rankende Website mit allen wichtigen Infos (SEO)


Du kochst in deinem Café ganz besonderen Kaffee, den es so nicht überall gibt und beschließt, einen kleinen Online-Shop aufzubauen, in dem du die Bohnen verkaufen willst. Es wird eine handvoll Personen geben, die genau diesen Kaffee kaufen wollen und danach suchen. Deine Produktseiten sind natürlich so optimiert, dass du gefunden wirst. Das Problem ist nur, dass sehr wenige Leute genau diesen Kaffee kennen, weshalb deine Verkäufe sich im überschaubaren Bereich halten.

Die nächste Stufe ist, die Nerds zu finden, die Bock auf spezielle Kaffeesorten haben und ihnen quasi deine Bohnen vor die Nase zu halten. Wo findet man die? Ich tippe mal auf Reddit. Und weil du selbst ein absoluter Kaffee-Nerd bist, kannst du dich hier in sämtliche Diskussionen einklinken und ganz nebenbei dein Produkt platzieren.

„Problem“: Eine sehr spitze Zielgruppe hat Bock auf neue Kaffee-Sorten.
Lösung: Du triffst sie da, wo sie eh sind und kommst mit ihnen ins Gespräch.


Okay, die Kaffee-Nerds kennen dich, aber das reicht dir noch nicht! Du willst in die breite Masse. Du besorgst dir einen mobilen Kaffeestand, mit dem du auf thematisch passenden Messen (also denen, wo idealerweise Foodies oder Kaffeelover unterwegs sind) und Events deinen Kaffee verkaufst.

„Problem“: keins, ich laufe einfach nur rum, habe Kaffee-Durst und bin neugierig.
Lösung: Du holst das Silbertablett raus und hältst es den passenden Leuten vor die Nase.


Eine Person findet’s total lecker und schreibt auf ihrem krassen Lifestyle-Blog über dich. Klar verlinkt sie auch deinen Shop. Leute, die bisher noch nie von deinem Kaffee gehört haben, landen in deinem Shop. Andere Blogger*innen springen auf und empfehlen dich weiter. Deine Verkäufe steigen, du bist happy.

Ab diesem Punkt gibt’s kein Problem mehr, deine Sichtbarkeit ist zum Selbstläufer geworden.


Ich möchte selbst ein kleines, cozy Café eröffnen und weiß nicht, wo ich starten soll. Beim Scrollen auf Instagram entdecke ich einen Post von dir, wie du von deinen anfänglichen Struggles erzählst. Ich scrolle durch dein Working-in-Public Profil und merke, dass du richtig Plan hast, wie man ein Café aufbaut und großzieht. Dabei entdecke ich auch die Podcast-Folge, wo du beim OMR zu Gast warst und höre sie sofort. Weil du so nahbar bist, schreibe ich dir eine E-Mail mit meinen Fragen und hoffe, dass du antwortest, was du natürlich tust, weil du es total gern magst, wenn du andere inspirieren kannst.

Herzlichen Glückwunsch, du bist auf allen Ebenen sichtbar.

Und das meine ich, wenn ich von Sichtbarkeit spreche.

Nicht jeden Tag ein catchy (cringes) Learning auf LinkedIn zu posten, was eh nur von Friends, Family und Netzwerk gesehen wird, die dein Angebot probably nicht kaufen. Nicht das 5millionste „so kochst du richtig Kaffee“ Reel auf Insta.

Einfach (naja) nur der Gedanke: Welches Problem hat meine Zielgruppe, wie gehen sie es an, wo treffe ich sie dabei?

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Wenn deine Website keine Kunden bringt, liegt es selten an der Website.